Hinter jeder „virtuellen Nummer“, die tatsächlich SMS und Anrufe empfängt, steht physische Hardware: ein GSM-Gateway vom Typ GoIP und eine SIM-Bank namens Simpool. Sie bilden die Brücke zwischen Mobilfunknetz und Internet. Im Gateway stecken echte SIM-Karten realer Mobilfunkbetreiber, und Sie erhalten das Signal per IP. Wir erklären, wie eine solche Infrastruktur aufgebaut ist, worin sich GoIP und Simpool unterscheiden und warum gerade physische SIM-Karten eine hohe Erfolgsquote liefern.

GoIP: das GSM-Gateway als Grundlage

GoIP ist ein Hardware-GSM-Gateway, das Sprache und Signalisierung des Mobilfunknetzes in IP-Verkehr (SIP/RTP) umwandelt. Im Kern ist es ein Gerät mit mehreren GSM-Modems, in die jeweils eine SIM-Karte eingesetzt wird. Wenn bei der Nummer dieser SIM ein Anruf oder eine SMS eingeht, fängt das Gateway sie am Funkmodul ab und leitet sie über das Netzwerk an den Server weiter.

Was GoIP leistet

  • Registriert die SIM im Netz des Betreibers: Jede SIM wird zu einem vollwertigen Teilnehmer mit echter IMSI.
  • Empfängt SMS: Eingehende Nachrichten werden vom Modem ausgelesen und an das System übergeben.
  • Nimmt Anrufe an: Die Sprache wird in SIP gekapselt und an einen SIP-Client oder eine Telefonanlage weitergeleitet.
  • Verbindet sich per IP: Steuerung und Datenverkehr laufen über das Internet.

Die Modelle unterscheiden sich in der Zahl der Kanäle – zum Beispiel GoIP-8 mit 8 SIM-Karten oder GoIP-32 mit 32 SIM-Karten. Je mehr Kanäle, desto mehr Nummern bedient ein einzelnes Gerät.

Simpool: die SIM-Bank

Wenn aus Nummern Hunderte und Tausende werden, ist es unpraktisch, alle SIM-Karten direkt in den GSM-Gateways zu halten. Hier kommt Simpool ins Spiel – eine eigenständige SIM-Bank, die große Bestände an SIM-Karten speichert und die jeweils benötigte Karte auf Anforderung in den Funkkanal des Gateways „einspielt“.

Warum SIM und Funkmodul getrennt werden

Simpool trennt den SIM-Speicher physisch von den GSM-Modems. Das schafft Flexibilität: Dieselbe SIM lässt sich mit unterschiedlichen Funkkanälen verbinden, Karten können rotiert und ein großer Bestand zentral verwaltet werden. Für den Betreiber der Infrastruktur bedeutet das Skalierung ohne linear wachsende Zahl an Gateways.

  • Zentrale Speicherung: Hunderte SIM-Karten in einer Bank.
  • Flexible Zuordnung: Die SIM wird je nach Systemlogik dem passenden Modem zugeführt.
  • Bestandsverwaltung: Eine zentrale Stelle kontrolliert den Status jeder Karte.

Wie daraus eine „Farm“ entsteht

Eine GoIP-Farm ist ein Verbund aus vielen GSM-Gateways und Simpool-SIM-Banken, die in einem gemeinsamen Verwaltungssystem zusammengefasst sind. Der Server führt Buch über jede Leitung: welche SIM aktiv ist, welche Nummer sie hat, welcher Betreiber und welches Land dahinterstehen und ob die Leitung belegt oder frei ist. Wenn ein Kunde eine Nummer mietet, weist ihm das System eine konkrete physische Leitung zu und liefert eingehende SMS und Anrufe per IP aus.

Die Schichten der Farm

  • Hardware: GoIP-Gateways und Simpool-Banken mit echten SIM-Karten.
  • Transport: IP-Verbindung zum Steuerungsserver.
  • Logik: Leitungsverwaltung, Routing von SMS und Anrufen, Vergabe der Nummern.
  • Katalog: 17 Länder, verschiedene Betreiber, Festnetz- und Mobilfunknummern.

Warum eine Farm mit physischen SIM-Karten reinen Softwarelösungen überlegen ist

Der wichtigste Vorteil ist die Erfolgsquote. Für das Netz und für Anti-Fraud-Systeme ist eine Nummer auf einer physischen SIM von einem gewöhnlichen Teilnehmer nicht zu unterscheiden: echte IMSI, echter Mobilfunk-Nummernbereich, echte Registrierung im Netz. Deshalb empfangen solche Nummern Service-SMS und bestehen Verifizierungen dort, wo rein softwarebasierte VoIP-Nummern blockiert werden. Hinzu kommt, dass auf einer Nummer sowohl SMS als auch Anrufe ankommen.

Praktische Folgen

  • Hohe Zustellrate bei SMS: für Kurzwahlcodes und Service-Nachrichten.
  • Unterstützung von Anrufen: Sprachverifizierung und eingehende Anrufe.
  • Geografie: echte Betreiber aus 17 Ländern für das jeweilige Einsatzszenario.

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheidet sich GoIP von Simpool?

GoIP ist ein GSM-Gateway mit Funkmodems, das das Netzsignal empfängt und per IP weitergibt. Simpool ist eine SIM-Bank, die einen Bestand an SIM-Karten speichert und die jeweils benötigte Karte in den Funkkanal einspielt. Gemeinsam bilden sie eine skalierbare Farm.

Sind das echte SIM-Karten oder eine Emulation?

Es handelt sich um echte physische SIM-Karten realer Mobilfunkbetreiber. Das Netz sieht sie als gewöhnliche Teilnehmer mit echter IMSI, daher empfangen sie SMS und Anrufe ganz normal.

Wie viele Nummern bedient eine Farm?

Das hängt von der Zahl der Gateways und der Kapazität der Simpool-Banken ab. Ein Verbund aus vielen GoIP-32 und SIM-Banken skaliert auf Tausende Leitungen in Dutzenden Ländern.

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